Camper Outdoor–Küche

Beim Campen spielt sich ein Großteil der Aktivitäten im Freien ab. Solange das Wetter mitspielt, klettere ich morgens aus dem Defender und erst spät am Abend wieder hinein. Den ganzen Tag an der frischen Luft, ein Teil der Natur sein,  genau das ist es, was Camping für mich ausmacht. Damit ich auch draußen kochen kann, habe ich eine klappbare Outdoor-Küche für meinen Land Rover Defender konstruiert. 

In diesem Bericht zeige ich euch Schritt für Schritt den Weg von der ersten Idee bis zu der fertigen Outdoor-Küche.

Wo soll die Outdoor-Küche hin?

Eine kleine Abstellfläche befindet sich bereits an der Hecktürverkleidung des Defender. Diese Fläche ist allerdings sehr begrenzt und wenn ich anfange richtig zu kochen, benötige ich einfach mehr Platz. 

Hecktür Klapptisch Defender 110
die kleine Küche an der Hecktür

Der ideale Ort für die Outdoor-Küche ist hinten rechts am Heckfenster. Hier befindet sich im Innenraum ebenfalls die Küchenzeile und durch das Klappfenster von Explore-Glazing*** kann die Spüle und die Arbeitsfläche im Camper von Außen mitbenutzt werden. 

In weiser Voraussicht habe ich mir auf der gesamten Länge des Hardtops Airlineschienen montiert. Diese werden für die Konstruktion der Outdoor-Küche die Grundlage zur Befestigung bilden.  

Was soll die Outdoor-Küche können?

Bei einem kleinen Fahrzeug wie dem Defender ist Platz das wertvollste Gut und genau aus diesem Grund versuche ich den einzelnen Bauteilen immer mehrere Funktionen zu geben. Die Outdoor-Küche auf der Seitenflanke des Geländewagen würde sich zum Beispiel sehr gut mit einem Halter für die Anfahrhilfen kombinieren lassen. 

Einige Defender-Fahrer haben die klassischen Sandbleche an klappbaren U-Profilen befestigt und nutzen diese als Tisch bzw. Theke, was auch sehr gut zu funktionieren scheint. Zwei kleine Argumente sprechen für mich persönlich allerdings gegen diese Konstruktion. Zum einen steht der Gaskocher* auf den unebenen Blechen nicht besonders gut und zum anderen möchte ich mein Essen nicht auf den Anfahrhilfen zubereiten, wenn diese wirklich mal zum Einsatz gekommen sind. 

Der Grundgedanke mit den klappbaren Aluminiumprofilen und einer großen Arbeitsfläche ist allerdings genial und jetzt muss aus der Idee noch ein Plan werden. 

Von der Idee zur Umsetzung

Dieser Plan sieht vor die Sandbleche durch eine ebene und stabile Aluminiumplatte zu ersetzen. Auf die Außenseite dieser Platte sollen anschließend leichte und kompakte Anfahrhilfen aus Kunststoff befestigt werden. 

Die ganze Konstruktion darf natürlich nicht zu stark auftragen, damit die Regeln für seitliche Ladung am Fahrzeug weiterhin eingehalten werden.

Damit die Platte aus lediglich 3mm starkem Aluminium gefertigt werden kann, muss sie an beiden Längsseiten gekantet werden. Dadurch wird das Aluminium deutlich stabiler. Die Befestigung der Anfahrhilfen wird durch zwei M10 Schrauben mit abschliessbaren Sterngriffen* realisiert. Zusätzlich werden Schlitze in die Platte eingearbeitet, um eine sekundäre Sicherung mit Spanngurten* zu ermöglichen.

Die klappbaren Aluminium U-Profile werde ich nicht selber konstruieren, da es diese von verschiedenen Herstellern auf dem Markt gibt. Ich habe mich für die Halter von Oryx-Solution*** entschieden.

Die Platte lasse ich bei einem regionalen Metallbauer anfertigen. Dafür habe ich eine Skizze mit den Maßen angefertigt und am Ende soll die Outdoor-Küche schwarz lackiert – bzw. pulverbeschichtet werden. 

Anbringen der klappbaren Halterung 

Der erste Schritt ist die Anbringung der klappbaren Halter für die Outdoor-Küche. Bei der ersten Anpassung stellt sich aber heraus, dass die Halter von Oryx-Solution für die Abstände zwischen den Airlineschienen an meinem Defender ein Stück zu kurz sind (das Problem kennen scheinbar auch andere Defender-Fahrer). Abgesehen davon sind die Halter sehr gut verarbeitet und kommen in geöffnetem Zustand ohne zusätzliche Spanngurte aus. 

Philipp und ich entscheiden uns nach einigen Überlegungen eine Verlängerung für die Sandblechhalter zu bauen. Dazu nehmen wir 30x50x3 Aluminiumwinkel* und nieten diese zusammen. Durch die beiden oberen vorhandenen Öffnungen verschrauben wir die Winkel mit den Sandblechhaltern von Oryx-Solution.

Das Ergebnis ist nicht die filigranste, aber dafür eine sehr stabile Lösung. Einen kleinen positiven Nebeneffekt hat die improvisierte Verlängerung auch noch: Die Arbeitshöhe der Küche reduziert sich um ein paar Zentimeter. 

Aluminiumplatte der Outdoor-Küche montieren

Bevor wir die Aluminiumplatte auf die klappbaren U-Profile schrauben können, müssen wir noch die Löcher dafür ankörnen und bohren.

Mit vier M8 Edelstahl-Schrauben* wird die Arbeitsplatte der Outdoor-Küche befestigt. Jetzt stellt sich zum ersten Mal ein Gefühl dafür ein, wie die Küche wirkt und wie groß die Arbeitsfläche wirklich ist – ich bin begeistert.

Die Längsseiten der Platte habe ich bewusst einmal nach unten und einmal nach oben kanten lassen. An der Vorderseite der Küche stört die nach unten gebogene Kante nicht und auf der hinteren Seite verhindert die Aufkantung, dass Gegenstände oder Flüssigkeiten abstürzen oder mit dem Lack des Fahrzeugs in Kontakt kommen. 

Anfahrhilfen montieren

Für die Montage der Anfahrhilfen müssen zwei weitere Löcher in die Platte gebohrt werden.

Die Schrauben werden von hinten bzw. oben durch die Aluminiumplatte gesteckt und auf der anderen Seite mit einer M10-Unterlegscheibe* gekontert. Um die Anfahrhilfen montieren zu können, benötigen wir M10 x 120 mm* lange Gewindeschrauben.

Damit die Kunststoffteile richtig anliegen, müssen wir die vorhandenen Löcher etwas mit dem Kegelbohrer* aufbohren. Danach rutscht die Öffnung auch über die Mutter, die zum kontern benötigt wird. 

Den Abschluss bilden zwei abschließbare M10 Sterngriffe mit entsprechend massiven Unterlegscheiben. Theoretisch sollte die Konstruktion bereits durch die Sterngriffe halten, um aber sicher zu gehen und die Anfahrhilfen etwas gleichmäßiger auszurichten, lasse ich noch vier Schlitze für Spanngurte einfräsen. 

Die pulverbeschichtete Outdoor-Küche ist da

Ein paar Wochen später kommt die Platte in einem schönen Schwarz vom Lackierer zurück. Jetzt kann die Outdoor-Küche endlich final montiert werden und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Halter von Oryx-Solution*** sind sehr stabil und tragen ohne Probleme das Gewicht von den Anfahrhilfen, der Aluminiumplatte und den zum Kochen benötigten Utensilien.  

Die große Outdoor-Küche begleitet mich auf meinen Reisen inzwischen schon eine ganze Weile und ich möchte dieses Herzstück meines Landy-Campers nicht mehr missen. 

Zum Abschluss dieses kleinen Ausflugs in die Entwicklung und Umsetzung der Outdoor-Küche am Defender, habe ich noch ein schönes Bild für euch, in der ihr die Kochstelle in Aktion seht.

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