Abenteuer auf dem Grat

Eine mehrtägige Trekking-Tour mit Zelt durch den Naturpark Nagelfluh und die Nagelfluhkette im Allgäu

Nach 5 Stunden Autofahrt steigen wir in Immenstadt im Allgäu ein wenig steif und unbeweglich aus dem Auto. Mit Herumsitzen und durch die Frontscheibe gucken ist es für die nächsten Tage erst einmal vorbei: Denn es geht für Andy und mich hinauf in die Berge, genauer gesagt in den Naturpark Nagelfluhkette, eine spektakuläre Bergkette durchsetzt mit Gipfeln und steilen Anstiegen. Die Ausblicke sowohl in das Voralpenland als auch auf die höchsten schneebedeckten Berge Österreichs und der Schweiz sind überwältigend. Mit im schweren Gepäck haben wir ein Zelt und gute Schlafsäcke. Aber ich möchte nichts vorwegnehmen …

Der Anstieg zum Immenstädter Horn

Dort quäle ich mich gerade die ausgetretenen Pfade von der Talstation der Mittelbergbahn hoch zum Immenstädter Horn. 

Ich bin diesmal mit meinem Kumpel Andy unterwegs, wobei der – etwas leichtfüßiger als ich – bereits ein gutes Stück vor mir seine Sohlen in den matschigen Untergrund setzt. Das Problem sind nicht die Höhenmeter, die ich zurücklege, sondern es ist der ungewohnte und zerrende Rucksack* mit 20 kg Gepäck auf meinem Rücken. Denn wir wollen den Naturpark Nagelfluhkette als „halbe Selbstversorger mit Zelt**“ in einer Mehrtagestour bezwingen. Es ist ein Abenteuer, von dem ich schon lange träume und das jetzt endlich wahr wird.

Holzstufen, wer erfindet eigentlich diese Holzstufen?

Besonders schwer zu gehen sind die in den Pfad eingearbeiteten horizontalen Holzstufen, die teilweise einen Absatz von 50 cm generieren. Dem Bein, das zuerst die Stufe hochsteigt, wird das komplette Gewicht des Gespanns, damit meine ich den Rucksack und meine Wenigkeit, zugemutet. 

Auf dem etwas ausgeblichenen Wegweiser unten im Ort stand in Klammern für unseren Weg „steiler Anstieg“ und diesen kleinen Zusatz hat dieser Pfad redlich verdient. 

Als sich der Wald das erste mal lichtet, erhaschen wir einen Blick auf den Großen Alpsee. Jetzt stellen wir erfreut fest, dass wir bereits einige Höhenmeter hinter uns gebracht haben. 

Der erste Gipfel: Immenstädter Horn

Kurz vor dem Gipfel weichen die Bäume den saftig grünen Almwiesen, die mit Kuhfladen übersät sind.

Nach knapp 2 Stunden im Wald erwarten uns grüne Wiesen und strahlender Sonnenschein…

Noch zwei Kehren und dann sehen wir auch schon unser erstes Gipfelkreuz auf dieser Tour und sind sehr zufrieden, eine gute Höhe von 1489 m als Basis erreicht zu haben. Der obligatorische Eintrag ins Gipfelbuch auf dem Immenstädter Horn darf natürlich nicht fehlen. 

Unweit der Bergkuppe ist eine kleine hölzerne Schutzhütte, dessen Südseite zum Verweilen einlädt. Wir gönnen uns eine kleine Pause, um die herausgeschwitzte Flüssigkeit aufzufüllen und einen zähen Energieriegel zu kauen. 

Andy genießt die wärmenden Sonnenstrahlen

Nach der erholsamen Rast folgt ein schlammiger Abstieg. Es ist nicht klar, ob der Morast unter den Füßen aus Schlamm oder Kuhfladen oder beidem besteht. Mit der Nase komme ich zum Glück nicht so nah `ran um eine genauere Analyse liefern zu können. In diesem Fall bin ich auch froh, dass meine Bergschuhe* erst deutlich oberhalb des Knöchels enden.  

Unser Weg führt über einen Bachlauf, der mit einer Seilquerung überwunden werden kann. Andy stellt sein Glück auf die Probe und  schafft es gekonnt und trockenen Fußes ans andere Ufer. 

Andy riskiert nasse Füße, schafft es aber trocken ans andere Ufer

Der kommende Anstieg führt über wurzeligen Waldboden. Im dichten Gehölz ist die Temperatur spürbar kühler. Moos wächst auf alten Baumstämmen und Felsen. Ich bleibe kurz stehen und nehme ein paar tiefe Atemzüge von der frischen und feuchten Luft zu mir. Das tut auch meinem stark erhöhten Puls gut, denn es geht mal wieder steil bergauf.

Als wir den Wald verlassen, liegt eine sehr schöne Überraschung vor uns: Das erste Skiwasser unserer Tour auf der sonnengefluteten Terrasse des Naturfreundehauses nach mittlerweile 5 Stunden Gehzeit am Berg. Während das erste Glas erfrischend die Kehle runterläuft, bestelle ich das zweite und, weil es zum Abendessen noch zu früh und zum Mittagessen schon zu spät ist, teilen wir uns noch eine Portion Pommes, die so kräftig gewürzt ist, dass wir noch ein drittes Skiwasser benötigen.

Die Suche nach dem ersten Schlafplatz

Den weiteren Weg widmen wir der Suche nach einem Schlafplatz und werden auf einem abgelegenen Bergrücken fündig.

Das Zelt** ist in ein paar Minuten aufgebaut und die Isomatten* und Schlafsäcke* sind schnell hergerichtet.

Die Sonne neigt sich dem Horizont entgegen, unser Nachtlager steht auch schon …

Bevor die Dunkelheit von Osten uns verschluckt, kochen wir uns auf dem Gaskocher* noch ein bescheidenes Mahl. Der Wind hier oben ist ziemlich kühl und sorgt dafür, dass es uns sehr zeitig in den warmen Daunen-Schlafsack* zieht. 

Die erste Nacht draußen im Zelt ist immer ungewohnt. Und auch diesmal lausche ich den wechselnden und ungewohnten Geräuschen in der Umgebung. Der Wind rüttelt gelegentlich am Zelt und auch das eine oder andere kleine Tier scheint an unserem Schlafzimmer vorbei zu huschen. In der Ferne hören wir immer wieder Kuhglocken läuten, ein Geräusch, das uns die kommenden Tage begleitet und schnell vertraut wird. 

Aufwachen mit Sonnenschein im Zelt

Als ich blinzelnd die Augen öffne und nach meiner Brille taste, sehe ich, dass die Sonne bereits aufgegangen ist und das Fußende unseres Zeltes wärmt. Ich öffne den Reisverschluss und die goldenen Sonnenstrahlen fluten das Zelt und strahlen mir direkt ins Gesicht. 

Der Blick aus dem Zelt am Morgen, Andy genießt bereits den Blick in die Ferne.

Nachdem meine Augen sich an die Helligkeit gewöhnt haben, erkenne ich am Horizont einige Bergketten. Mit diesen Bedingungen fällt das Aufstehen trotz der niedrigen Temperaturen auf alle Fälle leichter. So sitzen wir schon einige Minuten später auf einem alten Holzstamm und köcheln uns ein Porridge und natürlich eine schöne Kanne Kaffee aus der French Press* zum Frühstück.

Die Stanley Kombination von Thermoskanne und French Press* habe ich zum ersten Mal im Einsatz und bin total begeistert. 

Ein Stück runter ins Tal

Nachdem das super leichte Zelt** abgetrocknet und alles zusammengepackt ist, geht es durch eine Kuhweide zurück auf unseren Weg. 

Die Kühe sehen auch noch etwas verschlafen und träge aus, aber warum soll es ihnen auch anders gehen als uns. Wir queren einen kleinen Wasserfall, der für eine Katzenwäsche herhalten muss. 

Ein paar Kurven weiter steigt Nebel aus einem tiefer liegenden Bachbett auf und erschafft eine eigenartige Atmosphäre. 

Der breite Forstweg führt uns direkt zu einer dringend benötigten Alm, denn wir müssen unseren Wasservorrat auffüllen. 

Da das Leben im Idealfall immer ein Geben und Nehmen ist, trinken wir auf der schönen und urig hergerichteten Alm einen zweiten Kaffee.  Wenn wir eh schon sitzen, denkt sich Andy, schieb ich auch noch ein Stück Kuchen rein. Als Gegenleistung füllt uns der Almwirt freundlicherweise die Wasservorräte auf. 

Gegen Mittag ist die Sonne auf ihrem Höhepunkt und das lässt sie uns spüren. Auf dem steilen Anstieg, an dem wir uns befinden, gibt es nichts, was uns Schatten spenden könnte. Ich merke, wie der erste Schweißtropfen auf der Stirn sich seinen Weg über die Nasenspitze und das Kinn bahnt und dann noch einige folgen. Jeder von uns hat 3 Liter Wasservorrat dabei. Die werden wir heute dringend benötigten, um die verlorene Flüssigkeit wieder aufzufüllen.

Wir befinden uns auf dem Weg zur Nagelfluhkette, das eigentliche Ziel unserer Trekkingtour. 20 km – hoch und runter – liegen hinter uns und langsam macht sich die Erschöpfung breit. Ein erfrischendes süßes Getränk und eine Kleinigkeit zum Essen wäre jetzt genau das Richtige. Deshalb steuern wir zielstrebig auf eine Alm zu, deren Sonnenschirme wir schon von der anderen Talseite sehen konnten. Auch wenn die Alm bereits, wie eine rettende Oase, in Sichtweite am Hang vor uns liegt,  trennen uns doch noch einige Serpentinen von unserem Ziel. 

Abgekämpft lassen wir uns auf eine Biertischbank in der Sonne nieder. Die Schultern zucken erleichtert, als wir die Last des Rucksacks* von ihnen nehmen. Die Wirtin erkennt unser Dilemma und eilt geschwind mit Block und Stift herbei. 

Während Andy bestellt und die Wirtin bereits die Seite umgeblättert hat, um weiterschreiben zu können, ziehe ich als erstes meine Schuhe aus. Das werden die anderen Gäste schon überstehen, schließlich sitzen wir ja draußen. Das erste Getränk steht keine 30 Sekunden auf dem Tisch, da räumt die Almwirtin das leere Glas auch schon wieder ab. Wir verbringen den ganzen Vorabend auf der Alm und kommen mit der Wirtin auch aufgrund unserer großen Rucksäcke ins Gespräch. Während der Unterhaltung bekommen wir das großzügige Angebot, neben der Almhütte unseren Schlafplatz einzurichten, was wir dankend annehmen. Unser Zelt** steht heute Nacht im Garten der wunderschönen Alm. Der Aufbau des Zelts wird von den herumlaufenden Hühnern genau beobachtet und mit „Bogööög“ Geräuschen skeptisch kommentiert. 

Was ist das denn für ein komischer Hühnerstall ?? 😉

Kaum steht das Zelt, schaut das erste Huhn sich den neuen Hühnerstall von innen an, bevorzugt dann aber doch die grüne Wiese draußen. 

Lagerfeuer unterm Sternenhimmel

Den Abend verbringen wir gemeinsam mit den Almwirten und weiteren  sympathischen Hausgästen am Lagerfeuer im Garten. 

Geschichten vom Bergsteigen, dem Leben auf der Alm und über Ausrüstung und Equipment werden ausgetauscht. Während im Osten die Dunkelheit aufzieht, leuchtet der Horizont im Westen in beeindruckenden Farben. Schon bald werden Millionen von Sternen sichtbar und wir sind von großem Dank erfüllt für den herzlichen Empfang, diesen wunderschönen Abend und die Großzügigkeit der Almwirte. 

Jetzt geht’s auf den Grat

Wir sind heute früh wach, denn wir haben wieder einen langen Marsch vor uns. 

Morgens gibts Porridge mit Trockenfrüchten und verschiedenen Nüssen aus dem Trekking-Topf-Geschirr**

Nach dem Frühstück auf der langen Holzbank hinter der Hütte, verabschieden wir uns von den Almwirten und starten auf einem schmalen Pfad direkt wieder steil bergauf. Der anstrengende Tag von gestern steckt uns noch in den Knochen und die ersten Schritte fallen besonders schwer.

Der Weg führt uns weit hinaus, immer an den Berghängen über dem Tal entlang. Wir wandern unterhalb des Gebirgsgrats, wo wir heute noch hinauf wollen. Wenn wir den letzten Bergrücken erreicht haben, sind wir am Einstieg in die Nagelfluhkette. 

Bevor das Tal immer enger wird, biegt unser Weg nach links ab und zieht sich in Serpentinen hinauf auf den Grat. Mit einem kleinen „Hops“ überspringen wir die Grenze – die imaginäre Trennungslinie nach Österreich. Wir nutzen die vielleicht letzte Hütte vor dem Aufstieg zum Hochgrat um Wasser aufzufüllen, eine Kleinigkeit zu essen und vor allem um den tollen Panoramablick auf die Alpen zu genießen. 

Aber wir wollen nicht so viel Zeit verlieren und sind nach der kurzen Rast  wieder frisch gestärkt im nächsten Anstieg. Vom Grat blicken wir im Westen über den Bregenzer Wald und am Horizont funkelt der Bodensee in der Sonne. 

Der Weg auf dem Grat wird immer anspruchsvoller. Seilsicherungen helfen in schwierigen Stücken die Balance zu halten, was besonders mit den schweren Rucksäcken bei kleineren Fehltritten gar nicht so einfach ist.

Auf dem Grat wird der Weg deutlich anspruchsvoller …

Manche Passagen überwinden wir auf dem „Allerwertesten“, die Hände und Füße sind permanent im Einsatz. Das macht den Weg sehr abwechslungsreich und die Zeit vergeht wie im Flug. 

Die Suche nach einem Zelt-Platz

Die Sonne neigt sich hinter uns immer weiter zum Horizont. Wir halten schon eine ganze Weile Ausschau nach einem geeigneten Platz für unser Zelt. Seit einigen Kilometern begleitet uns auf der rechten Seite ein Weidezaun und auf der linken Seite der Abhang des Grats. Hier suchen wir vergebens nach einem Zeltplatz. Langsam drängt die Zeit und wir beschließen, noch den nächsten Gipfel zu erklimmen und danach ein wenig talwärts abzusteigen, in der Hoffnung ein Plätzchen für ein Nachtlager zu finden. 

Die Suche nach einem Schlafplatz auf dem Grat gestaltet sich schwierig….

Das Schicksal meint es heute allerdings gut mit uns und unmittelbar neben dem Gipfelkreuz ist eine ebene Fläche von circa 3 x 3 Metern außerhalb der Kuhweide. Der einzige Nachteil, direkt davor geht es senkrecht hinunter und links davon sieht es auch nicht besser aus. Vorsichtig stelle ich mich an die Kante und schiebe die Nasenspitze über den Abhang. Ich schlucke einmal und trete dann ganz vorsichtig einen Schritt zurück. Ein bisschen mulmig ist es mir schon, das Zelt** so nah an einem Abgrund aufzubauen. Eine wirklich andere Wahl haben wir in dieser Situation allerdings auch nicht und eine schönere Aussicht wird es definitiv nirgends geben. Wir bauen das Zelt auf und dann gibt es am Gipfelkreuz unser verdientes Abendessen vom Gaskocher. 

Was für eine atemberaubende Aussicht …

Während wir unsere Mahlzeit verspeisen, schauen wir der Sonne zu, wie sie im Westen mit dem Horizont verschmilzt. Je tiefer die Sonne steht, desto mehr Wasser des Bodensees wird angestrahlt und jetzt erkennen wir sowohl das schweizerische als auch das gegenüberliegende deutsche Ufer des Sees.

Eine Mahlzeit auf dem Gipfel mit Panorama

Der Himmel leuchtet in knall-orange und hinter uns tauchen die ersten Sterne auf. Direkt danach als die Sonne verschwunden ist, passiert etwas Besonderes. Die Sicht wird auf einmal für ein paar Minuten glockenklar. Im Süden können wir jetzt die Schneefelder auf den Bergen erkennen und sie erscheinen zum Greifen nah. Ein besonderer Moment, den ich für den Rest meines Lebens mit mir tragen werde. 

Je dunkler es wird, umso mehr Lichter werden im Alpenvorland angeknipst. Schon bald thront unser Zelt über einem endlosen Lichtermeer. 

Ein Moment, den wir sicher nie mehr vergessen werden …

Sonnenaufgang auf dem Gipfel

Wie auch schon in den letzten Tagen haben wir riesiges Glück mit dem Wetter. Wir sind früh wach und bauen das Zelt ab, bevor die ersten Tageswanderer die Berge erklimmen. An der heißen Kaffeekanne* wärmen wir unsere leicht zitternden Hände, weil die Sonne noch vom gewaltigen Hochgrat im Osten verdeckt ist. Zwischenzeitlich passiert unweit des Gipfels etwas Eigenartiges. Von überall auf der Weide kommen plötzlich Kühe den Hang hinauf. Ein Konzert von Kuhglocken entsteht und die Vierbeiner treffen alle an einem bestimmten Punkt zusammen. Jetzt beginnt die erste Kuh eine andere wegzuschieben und dann die nächste, es entsteht ein leichtes Gerangel … aber warum? 

Sonnenaufgang auf dem Gipfel

Als die ersten Sonnenstrahlen über den Grat des massiven Berges kommen, stehen die Kühe genau richtig. Nur wenige Quadratmeter der Wiese werden vom goldenen Sonnenlicht erwärmt und dort stehen mindestens ein Dutzend Wiederkäuer. Ich kann mir ein Lächeln nicht verkneifen. Sind diese liebevollen und wunderschönen Tiere, die wir als „Nutztiere“ bezeichnen, vielleicht doch deutlich intelligenter als wir denken? Ich auf jeden Fall bin von den Vierbeinern schwer beeindruckt, denn Andy und ich sitzen noch immer im Schatten des großen Berges und wünschen uns die wärmenden Sonnenstrahlen herbei. 

Die Hochgratkette

Unser Weg führt uns an der Bergstation der Hochgratbahn vorbei und wir tanken nochmal Wasser. Wir haben heute einen regelrechten Gipfelsturm vor uns. Den Anfang macht der Hochgrat, der zugleich mit 1834 m der höchste Punkt unserer Trekking-Tour ist. Aufgrund der Nähe zur Seilbahn und dem beginnenden Wochenende, sind wir bei den Anstiegen heute nicht alleine. 

Der Gipfel des Hochgrat – der höchste Punkt unserer Trekking-Tour

.Wir treffen auf ein junges Paar, das vom Bodensee nach Berchtesgaden wandert und auf der Hütte bei der Bergstation übernachtet hat. Da wir ein ähnliches Tempo haben, treffen wir immer wieder an den Gipfeln aufeinander. Die Anstiege zum Rindalphorn, Gelchenwangerhorn und dem Gündelskopf verlangen uns nochmal alles ab.

Immer wieder liegen oder stehen Kühe fast direkt auf dem Weg …

Andy ist wieder ein wenig besser drauf als ich heute und arbeitet sich von Anstieg zu Anstieg einen Vorsprung heraus.

Gefühlt auf dem Dach der Welt …

Kurz vor dem Stuiben treffen wir dann wieder aufeinander. Ich merke schon seit einigen Kilometern, dass mein Körper den Strapazen der letzten Tage sowie dem Wasserverlust und dem Kaloriendefizit Tribut zollt. Meine Wasservorräte sind aufgebraucht und bei Andy sieht es in puncto Flüssigkeit auch nicht besser aus. 

Eine rettende Hütte und der Abstieg

Obwohl es uns schwer fällt, entscheiden wir uns dafür den Stuiben auszulassen. Stattdessen steigen wir in nördlicher Richtung ins Tal ab. Denn dort soll sich die einzige geöffnete Hütte in der Nähe befinden. Der Weg auf unserem Abstieg zieht sich und, obwohl wir die Hütte entfernt sehen, müssen wir noch eine weite Strecke zurücklegen. 

Jetzt spüre ich auch alle Blessuren, welche ich die ganze Zeit unterdrückt habe. An der Hütte ergattern wir den letzten freien Platz. Die Brotzeit und mehrere zuckerhaltige Getränke hauchen dem ausgezehrten Körper wieder Leben ein. Andy probiert auch noch ausgiebig das Bier und neben den gebotenen Hauptgerichten, testet er auch die Nachtische durch. 

Unglaublich was der schlanke Kerl verdrücken kann … denken sich auch die Wandergruppen am Nachbartisch und wünschen gleich mehrfach „Guten Appetit“. 

Nach dem wunderschönen Nachmittag auf der Alm, stellen wir fest, dass dies eigentlich der perfekte Abschluss unserer Tour ist. Ein Wiederaufstieg auf die Nagelfluhkette – nur um den Stuiben zu bezwingen – würde diesem Moment die Wertigkeit nehmen. So  beschließen wir von hier aus den Abstieg anzutreten und folgen den vielen Tageswanderer durch die Wälder und Wiesen ins Tal. Ein letztes Mal ziehen wir an einem Wasserfall die Schuhe aus und gönnen uns ein kühles Fußbad. 

Was für eine Tour, was für ein Abenteuer! Diese dreieinhalb Tage waren voll von wunderschönen Eindrücken, spannenden Erlebnissen und körperlichen Strapazen, die alle als unvergessliche Momente in Erinnerung bleiben – 62 km und 3600 Höhenmeter liegen hinter uns und wir freuen uns nach den Nächten im Zelt auf ein richtiges Bett.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass das Zelten in der Natur eine große Verantwortung gegenüber der Natur und den Tieren verlangt. Respektiert eure Umwelt, die Natur und Schutzzonen. Verlasst eure Orte mindestens so sauber, wie ihr sie vorgefunden habt. Wir sind ein Teil der Natur und bewegen uns nicht nur darin!

Mehr zu meiner Ausrüstung und meinem Equipment findet ihr in der Rubrik Ausrüstung.

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