Dachterrasse und Stauraum

Der Sommer ist da und ich will endlich raus in die Natur, natürlich mit Sir Henry. Bevor ich den blauen Kasten allerdings durch die grünen Wiesen steuern kann, muss ich noch einiges am Umbau fertig stellen. Aktuell arbeite ich an der Küchenzeile und dem Hochschrank. Die beiden Bauteile sind wirklich nochmal ziemlich komplex. Das ist leider auch der Grund, warum ihr zuletzt so wenig Lesestoff bekommen habt. Parallel zum Innenausbau hat sich auch außen am Defender einiges weiterentwickelt, speziell auf dem Dach des Geländewagens.

Rückblick Upracks Dachträger

Im September letzten Jahres habe ich bei „Mehari Offroad**“ meinen Upracks-Dachträger erworben und das Alugerüst direkt mit den Jungs vor Ort auf dem Defender montiert. Warum ich mich für einen Upracks-Träger entschieden habe und wie wir diesen montiert haben, kannst du im Bericht „Upracks-Dachträger – Defender 110HT“ erfahren. 

Upracks Dachträger – Defender 110

Solaranlage auf dem Dachträger

Auf der Grundlage der Abmessungen des Trägers habe ich anschließend meine Solaranlage geplant und montiert. Das 160Wp Solarpanel** ist mit Edelstahlwinkeln am Dachträger befestigt und mit Moosgummi* unterbaut um Schläge und Stöße abzufangen. Die Abmessungen des Panels eignen sich optimal dafür, um vorne quer auf dem Upracks-Dachträger montiert zu werden. Die Dachdurchführung ist mit Dekaseal abgedichtet und bis heute zu 100% dicht. Die Solarkabel* werden einzeln durch die Dichtung im Dach geführt und an der Bordwand mit dem Solarladeregler* verbunden. Die Solaranlage lädt seit knapp 9 Monaten meine Starter- und Verbraucherbatterie konstant und Probleme beim Anspringen nach längerer Standzeit gehören der Vergangenheit an. Detailliertere Informationen zum Anschließen und Einbau der Solaranlage gibt es im Bericht „Solaranlage – endlich autark“.

Heckleiter

Die erste Frage nach der Montage des Dachträgers war: „Wie komme ich jetzt eigentlich da hoch?“.

Bevor die Solaranlage montiert wurde, konnte ich über die Kotflügel auf das Dach klettern. Das ist jetzt nicht mehr möglich und deshalb benötige ich eine andere Lösung. Ich habe mich für eine durchgehende Heckleiter von der Dachrinne bis zur Hecktraverse entschieden.

Bei dieser Heckleitervariante müssen keine neuen Löcher in den Defender gebohrt werden. Möglicherweise ist diese Variante der Heckleiter nicht eintragungsfähig. Eine sichere Alternative ist die kurze Heckleiter von GMB. Allerdings muss dafür etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden. Die Leiter von GMB wird mit einem starken Magnet an den Cappings gehalten.

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Die Montage meiner Heckleiter ist sehr einfach. Unter den Klemmbereich in der Dachrinne habe ich ein Moosgummi* gelegt. Das verhindert eine direkte Reibung von Metall auf Metall. Anschließend werden die beiden vorhandenen Löcher oberhalb der Hecktraverse auf die Leiter übertragen. Zwei Bohrungen, zwei Unterlagscheiben und zwei Schrauben und schon sitzt die Leiter. Da Philipp um einiges leichter ist als ich, darf er zuerst die Sprossen zum Dachträger empor steigen.

Dachbox als Stauraumerweiterung

Seit ich den Dachträger erworben habe, wünsche ich mir eine kleine Box auf dem Dach zur Erweiterung des Stauraums für Campingequipment und Werkzeug.
Die Ansprüche an meine Box waren nicht gerade wenig. Sie sollte nicht breiter als 50 cm sein und nicht zu hoch. Da ich die Box direkt hinter dem Solarpanel, also quer zur Fahrtrichtung montieren möchte, ist die Länge der Box durch die Breite des Dachträgers begrenzt. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Wasserdichtheit und das Gewicht. Aufgrund der Leichtigkeit kam für mich nur eine Aluminium-Box in Frage.

Auf Ebay-Kleinanzeigen bin ich nach langem Suchen fündig geworden. Ich habe eine ausrangierte Waffenkiste des Militärs erwerben können. Die Abmessungen passen und die Kiste ist extrem stabil. Mit 10-12 kg ist sie auch noch relativ leicht und ganz nebenbei sieht die olivfarbene Kiste auch noch ziemlich cool aus. Wobei das ja bekanntlich Geschmackssache ist.

Die Kiste steht unten auf zwei angeschraubten Holzschienen. Durch den Aluminiumboden und die Holzlatten werde ich die Kiste auf den Dachträger schrauben. Zuerst müssen wir die genaue Position ermitteln und dann die Nut des Dachträgers auf die Kiste übertragen. Mit ordentlich Dampf bohren wir dann zuerst durch das Holz und anschließend durch die eigentliche Kiste nach innen.

Bevor wir die Kiste anschrauben können, müssen wir die Nutensteine vom Dachträgersystem unter den frisch gebohrten Löchern der Kiste positionieren. Es dauert einen Moment bis wir alle „Steine“ unter den Löchern haben. Schon ein paar Millimeter neben dem Bohrloch reichen aus und die Schraube greift nicht in das Gewinde des „Steins“.

Am Ende haben wir alle Schrauben angezogen und die Kiste ist fest mit dem Dachträger verbunden. Als Belohnung sitzen wir auf dem Dachträger in der Sonne und genießen ein kühles Getränk.

Kanisterhalter für Diesel oder Wasser

Neben der Alu-Kiste habe ich einige Zentimeter frei gelassen. Diese Entscheidung habe ich bewusst getroffen, denn hier möchte ich einen Kanisterhalter unterbringen. Ich habe mir den passenden Kanisterhalter zum Dachträger von Upracks bestellt und dazu direkt noch einen Jerry Can Diesel Kanister.

Der Halter ist auf das System abgestimmt und so dauert die Montage nur wenige Minuten. Da ich leider nur noch eine Rille vom Dachträger zum Verschrauben übrig habe, muss ich den Halter demnächst noch mit Winkeln ein wenig am Rand des Trägers stabilisieren.

Halten wird die Konstruktion so definitiv auch, aber bei Dachaufbauten gehe ich lieber auf Nummer sicher. Ob ich diesen Kanisterhalter auf Dauer für Diesel oder doch lieber für Wasser und damit für eine Outdoor-Dusche nehmen werde, wird sich zeigen.

Eine Dachterrasse für besondere Momente

Meine bestellte Siebdruckplatte in den Abmessungen 250×150 cm ist heute angeliefert worden. Ich habe drei Wochen auf die Platte warten müssen, da die Größe so nicht üblich ist. Im Baumarkt haben die Platten in der Regel 250×125 cm. Da mein Dachträger 148 cm breit ist und die Länge der Fläche für die Dachterrasse 187 cm beträgt, wollte ich nicht mit zwei Platten arbeiten.

Die Bestellung wurde leider nicht direkt nach Hause geliefert. Deshalb fahren wir heute zum nächsten „Holzland**“. Diese kurze Anfahrt hat allerdings auch einen großen Vorteil. Die Mitarbeiter vom „Holzland**“ werden mir die Platte direkt passend zuschneiden. Da ich nicht weiß, wie ich die große Platte sicher nach Hause transportieren kann, habe ich vorher mit dem Chef vereinbart, dass ich mir die Platte vor Ort in einer ruhigen Ecke direkt montieren darf.

„Sir Henry“ wartet auf seine Dachterrasse….

Ich freue mich schon lange auf diesen Moment und jetzt ist es soweit. Die Platte ist gerade im Zuschnitt und wir packen in der Zeit das Werkzeug aus. Der Mitarbeiter hilft uns noch die Platte einmal auf das Dach zu heben. Jetzt müssen wir wieder die Nuten des Trägers markieren. Die Platte hin und her zu rutschen ist gar nicht so einfach, denn eigentlich stehe ich ja darauf. Da hilft nur der Sprung auf die Dachbox und die zeigt sich als sehr robust und hält meinem Gewicht stand. Damit wir die Löcher für die Verschraubung bohren können, lassen wir die Platte immer seitlich überstehen.

Nach 30 Minuten haben wir alle Nutensteine richtig ausgerichtet und die Platte verschraubt. Jetzt geht es zurück nach Hause und wir hoffen, dass wir die Platte nach der Fahrt dann immer noch auf dem Dach haben.

Zuhause müssen wir die Platte erst noch einmal demontieren. Wir haben noch zwei wichtige Aufgaben vor uns. Die hinteren Ecken des Dachträgers sind rund und wir werden die Platte an diese Rundungen anpassen. Dazu nehmen wir die Stichsäge und fahren damit an der vorher markierten Rundung entlang.

Bevor wir die Platte wieder – und hoffentlich endgültig – montieren können, steht noch ein ganz wichtiger Arbeitsschritt an. Die frisch gesägten Kanten der 9 mm starken Siebdruckplatte müssen mit einem Kantenschutz* versiegelt werden. Siebdruckplatten ziehen an diesen Kanten sonst Feuchtigkeit und neigen dazu sich zu verbiegen. Da ich gerade keinen Pinsel griffbereit habe, muss Philipps Zahnbürste herhalten, bitte verratet es ihm nicht…

…kleiner Spaß am Rande, die Zahnbürste ist natürlich schon länger ausrangiert.

Das Wetter ist super und die Sonne sinkt langsam in die Richtung vom Horizont. Damit ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen für einen Test der Dachterrasse. Auf einem abgelegenen Wanderparkplatz mit einem herrlichen Feld im Vordergrund, das wie ein Teppich aussieht, genieße ich den Sonnenuntergang.

Und spätestens in diesem Moment bin ich mir sicher: Diese Investition hat sich gelohnt. Falls ich irgendwann nicht mehr im Fahrzeug schlafen möchte, kann ich die Platte herunternehmen und durch ein Dachzelt ersetzen.

Ein wenig träumen ist erlaubt…

Die erste Testfahrt rückt immer näher und ich kann es kaum noch abwarten alles auf Funktionalität zu testen. Im nächsten Bericht geht es dann aber definitiv um die Küchenseite des Defender und ich freue mich schon sehr darauf, euch meine Lösung für den Hardtop Defender zu präsentieren.

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4 thoughts on “Dachterrasse und Stauraum

      1. Hi Nick,

        Danke für deine schnell Antwort. Könntest du bitte ein Foto gerade von hinten machen, sodass man sieht wie viel vom Nummernschild verdeckt wird? Und mir bitte die Sprossenbreite messen?

        Viele Grüße
        Paul

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