Innenausbau – der finale Entwurf

Der Innenausbau ist in vollem Gang und ich bin jedes Wochenende in der Garage. Leider fallen die Temperaturen bereits am Tag unter den Gefrierpunkt. Um einigermaßen arbeiten zu können, habe ich den Arbeitsplatz mit einem Heizlüfter ausgestattet.      

Momentan hinke ich mit den Berichten für den Blog etwas hinterher. Allerdings habt ihr schon die Fertigung und den Einbau der Bodenplatte und der beiden Sitzbänke gesehen. Damit ihr zukünftig die Zusammenhänge, Abhängigkeiten und meine Entscheidungen besser nachvollziehen könnt, wird es höchste Zeit, euch das zweite und „endgültige“ Ausbau-Konzept vorzustellen.

Rückblick: Der erste Entwurf

Bevor wir richtig in den Ausbau einsteigen, ist ein Rückblick in den August 2018 nötig. In diesem Monat habe ich die ersten Ideen, Skizzen und Entwürfe vorgestellt. 

Nachdem ich einen Abschnitt des Konzepts im 1:1 Modell gebaut hatte, stellte ich ernüchtert fest, dass der Entwurf nicht ausgereift ist. Der Ansatz würde zwar funktionieren, von „optimal“ ist er allerdings noch weit entfernt. 

Ein Entwurf ist immer ein Prozess. Oftmals geht es einen Schritt vorwärts und am nächsten Tag zwei Schritte zurück. Das ist völlig normal und ganz nebenbei auch nötig. Frustrieren lassen solltet ihr euch davon nicht. Ein gutes Konzept muss „reifen“. Jedes Mal wird es ein kleines Stück besser. 

Ich habe durch den ersten Entwurf sehr wertvolle Erkenntnisse gewonnen, diese fließen jetzt in das zweite Konzept ein. 

Entwurf August 2018

Folgende Positionen werden im zweiten Entwurf optimiert

Der Abstand von Küchenzeile zur Sitzbank war zu groß, um die Küchenzeile als Arbeitsplatte nutzen zu können. Die lange Küche war optisch ein „Highlight“, das allerdings auf Kosten von wertvollem Stauraum ging. 

Die Höhe der Sitzfläche ermöglichte den Einbau von praktischen Raumsparkanistern. Eine vernünftige Sitzposition war aufgrund meiner Größe und der begrenzten Raumhöhe schwierig.

Zusätzlich haben einige Recherchen weitere Begehrlichkeiten für meinen Defender geweckt, die in Kombination mit der ersten Entwurfs-Variante im Konflikt stehen würden. 

Zum Beispiel favorisiere ich mittlerweile einen Abwassertank der Unterflur verbaut ist. Ein optimaler Platz dafür wäre hinter dem Hinterrad im Radkasten. Hier befindet sich auf der Beifahrerseite jedoch der Einfüllstutzen für den Fahrzeugtank. Auf der Fahrerseite ist dieser Bereich komplett leer.

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Für den hinteren Radkasten auf der Beifahrerseite gibt es außerdem eine sehr nützliche Erweiterung. Diese möchte ich zwar nicht sofort, aber vielleicht in einigen Jahren verbauen. Der Durchlauftank von GMB fasst zusätzliche 46 Liter Diesel und würde so die Reichweite auf über 1000km erhöhen. In Europa ist das Tankstellennetz so dicht, dass diese Kapazität nicht erforderlich ist. Ich weiß allerdings heute noch nicht, wohin es „Sir Henry“ und mich eines Tages ziehen wird.

3D Modell – die Basis für den Ausbau

Bevor ich mit dem zweiten Entwurf beginne, investiere ich ein ganzes Wochenende in ein 3D-Modell des Innenraums. Ich stelle mir einen Campingtisch hinter die offene Hecktür und baue mein MacBook auf. Ich messe alle Schrägen, Biegungen und Strecken im Defender aus und übertrage diese in mein CAD-Programm. Das Ziel ist ein zu 99% exaktes Modell, welches mir später beim Ausbau Schablonen für die Möbel liefern kann. Außerdem erhoffe ich mir, einige der schwierigen Positionen bereits vorab am Computer bzw. im 3D-Modell lösen zu können. 
Das 3D-Modell kostet mich Zeit und Nerven, aber es wird sich auszahlen. 

Der zweite Entwurf

Der erste Vorteil des 3D-Modells zeigt sich bereits jetzt. Anhand der Grafiken kann ich euch erklären, was ich im Innenraum von „Sir Henry“ vor habe.  Zuerst möchte ich die aufgedeckten Probleme des ersten Entwurfes verbessern. Die größte Veränderung vom ersten zum zweiten Konzept ist die Spiegelung des gesamten Innenausbaus. Die Küchenzeile wandert von der Beifahrerseite hinter den Fahrersitz. Die Gründe dafür habe ich bereits etwas weiter oben erläutert (Durchlauftank, Abwassertank, Radkasten).

Der zweite und finale Entwurf

Die Spiegelung des Innenausbaus ermöglicht mir außerdem ein besseres Einsteigen in den Defender. Durch die enorme Bodenfreiheit ist die Ladefläche ein gutes Stück vom Boden weg. Der Hilfstritt befindet sich am Heck auf der Fahrerseite. Dementsprechend ist dort jetzt auch der Fußraum der Sitzbänke verortet.

Die Sitzbank (längs in Fahrtrichtung) wird ein bisschen tiefer. Dadurch kann ich die Distanz zur Küchenarbeitsplatte verkürzen und den Stauraum unter der Sitzfläche erweitern. Die Sitzbank ist tief genug, um einer Person jederzeit als Notbett -ohne Umbau- zu dienen.  

Die neue Küchenzeile wird deutlich kürzer. Von ungefähr 2,00 m Länge schrumpft die Arbeitsfläche auf ca. 1,10 m. In diesem Bereich werden die Spüle und die neue Lösung für die Kühlbox integriert. Zuvor hatte die Kühlbox am Ende der Arbeitsplatte ihren Platz. Durch die Überbreite der Kühlbox verengte sich in diesem Bereich die Liegefläche auf ca. 90 cm. Ich habe sehr lange nach einer Lösung gesucht, da die Abmessungen der Kühlbox alle relativ ähnlich sind (optimiert für 1,5 l Flaschen). Ich hoffe, dass ich jetzt eine Lösung gefunden habe. Ob diese am Ende funktioniert, wird sich zeigen. Deshalb möchte ich jetzt noch nicht zu sehr ins Detail gehen.    

Ergänzt wird die Küchenarbeitsplatte durch einen kleinen Klapptisch, der von beiden Sitzbänken im L-Grundriss genutzt werden kann. 
Wie ich den Klapptisch konstruieren werde, ist noch nicht klar. Ein Tischbein möchte ich auf keinen Fall haben. Es wird auf eine auskragende Haltekonstruktion hinauslaufen. Wer Ideen hat, ich bin offen für Vorschläge!

Die dritte größere Änderung ist der Hochschrank hinter dem Fahrersitz (die ehemalige Position der Kühlbox), der viel Stauraum für Kochutensilien und Vorräte bieten wird. Im unteren Bereich des zweiteiligen Schranks werde ich vermutlich zusätzlich einiges an Elektronik unterbringen (Landstrom, FI-Schutzschalter, Kompressor der Kühlbox).

Die Spüle bleibt an der gleichen Stelle, nur eben gespiegelt. Ein flacher 15 l Frischwassertank* von „Reimo“ wird die Wasserversorgung innen gewährleisten. Einen zusätzlichen Wasservorrat werde ich mit Kanistern im Außenraum vorhalten. Der 36 l Frischwassertank von „Frontrunner“ für den Radkasten hätte mich auch gereizt, allerdings ist dieser momentan nicht in meinem Budget drin. Der Abwassertank wird, wie bereits erwähnt, vor- oder kurz hinter dem Hinterrad platziert werden. 

Über der Küchenzeile wird zusätzlicher Stauraum für kleine Utensilien und Vorräte entstehen.

Der zweite und finale Entwurf – Erläuterung

Um die Küche von innen und außen nutzbar zu machen, musste ich ein weiteres Klappfenster im hinteren Teil der Fahrerseite einbauen. Ich habe darüber keinen zusätzlichen Bericht verfasst, denn die Vorgehensweise ist in „Fenstereinbau – es werde Aussicht“ ausführlich beschrieben. 

An einem ausgedehnten sonnigen Nachmittag habe ich ein Teil des Ausbaus wieder als 1:1 Modell gebaut. Diese Maßnahme hatte mir im ersten Entwurf bereits sehr geholfen. Diesmal offenbart das Pappmodell nur noch kleinere Schwächen. Nachdem Philipp und Petra (meine Mutter) Probe gesessen haben, sind wir uns einig: Das wird der Ausbau von „Sir Henry“.


Modulbauweise

Der gesamte Innenausbau wird aus vorgefertigten Modulen zusammengesetzt und mit der Karosserie des Defenders verschraubt. Alle Module sollen im Schadensfall (Wassereinbruch, Rost, etc.) in einer angemessenen Zeit ausbaubar sein. Lediglich die Isolierung wird fest mit der Karosserie verklebt. In der folgenden Grafik könnt ihr die voraussichtliche Einteilung der Module erkennen.  

Ein Rendering lässt träumen

Zum Abschluss möchte ich euch einen kleinen Vorgeschmack auf den Ausbau geben. Das Rendering zeigt, wie ich mir den Ausbau vorstelle. Ich hoffe, ich bekomme es handwerklich als „Schreibtischtäter“ annähernd so exakt und sauber gefertigt.

Blick von vorne nach hinten

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4 thoughts on “Innenausbau – der finale Entwurf

  1. Hallo

    dein Einbauentwurf gefällt mir sehr gut. Respect!
    Ich will selbst einen Einbau vornehmen jedoch er zum Verstauen von Werkzeug etc. da mein 110er Defender derzeit als Arbeitstier herhalten muss. Da wir jedoch in zwei Jahren eine Reise nach Schottland und Irland machen wollen muss es Modular werden. Also muss es eine Kombination werden bzw. einfach umzustecken sein.
    Würdest du mir deine 3D Daten zur Verfügung stellen?

    LG Steffen König

    1. Hallo Steffen,

      vielen Dank für dein Feedback. Dein Projekt klingt sehr interessant. Bezüglich der 3D-Daten setzte ich mich mit dir via e-mail in Verbindung. Ich hoffe du hast die richtige Adresse angegeben, wenn nicht bitte nachreichen.

      Liebe Grüße
      Nick
      endlos-freisein.com

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