Airlineschienen – Defender 110 HT

Für ein Reisemobil sind beim Defender die Abmessungen des Innenraums im Vergleich zu einem VW-Bus relativ klein. Der Stauraum ist auf Reisen aber zweifellos sehr wertvoll. 

Die Landy-Freunde haben nach über 60 Jahren Fernreisen und Expeditionen immer neue Ideen entwickelt, den Stauraum des kleinen Packesels zu erweitern. Neben dem unverzichtbaren Dachträger und den freien Flächen unter dem Fahrzeug sind besonders die Flanken des Defenders eine „Stauraum-Alternative“. Dieser Platz ist besonders für Dinge geeignet, welche schmutzig, rau und kantig sind. Wer möchte schon die Sandbleche nach dem Einsatz im Fahrzeug verstauen oder den Dieselkanister unter dem Bett lagern?

Zurrschienen – der flexible Gepäckträger

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Flanken als Gepäckfläche zu aktivieren. Einige nieten die Anbauteile direkt auf die Karosserie. Mir gefällt die Variante mit Airlineschienen bzw. Zurrschienen deutlich besser. Diese kleinen Helfer ermöglichen eine flexible und abwechselnde Bestückung der Seitenbleche und davon hat mein 110 Hardtop, mit über zwei Metern Länge pro Seite, jede Menge.

Um diesen Raum voll ausnutzen zu können, suche ich nach Schienen mit einer Länge von 200 cm. Die Suche gestaltete sich alles andere als einfach. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass ich meine Fenster aus diversen Gründen sehr weit oben im Seitenteil eingebaut habe. Der Abstand über den Fenstern ist dadurch für die schmalen Zurrschienen zu klein (34 mm Breite). Besonders die Füße des Dachträgers, aber auch der Dichtungsgummi, begrenzen den Platz in der Vertikalen. Dieses Problem haben übrigens auch alle Station Wagon Fahrer ab Baujahr 2007-2008 (also dem TD4 Modell). Hier hilft nur die extra schmale Schiene zu verwenden, die nur 28 mm Platz benötigt.

Die Lösung – Extra-Schmale Schienen

Nachdem ich die Schienen in dieser Länge auf keiner Seite im Netz finden konnte, habe ich bei Sibylla von Zurrschienen24** angefragt. Schnell wurde klar, dass diese Länge bei den XS-Schienen kein Standardprodukt ist und nur eine Sonderanfertigung mein Problem lösen wird. Sibylla, die selbst einen Defender fährt, hatte wiederum direkt Verständnis für mein Problem und nach einigen sehr netten E-Mails sind die 4 Schienen in Auftrag gegeben. Ich möchte mich hier nochmal ausdrücklich bei Sibylla für ihre Geduld bedanken.

Am Ende wurden alle meine Wünsche erfüllt. Die Schienen wurden vorgebohrt und die passenden Senkkopfnieten mitgeliefert. Die lange Lieferzeit von über einem Monat hatte das Eloxal-Werk verursacht, wo meine Schienen noch schwarz eloxiert wurden. 

Da ich noch genug andere Baustellen am Defender hatte, war die Wartezeit nicht ganz so schlimm. Jetzt sind die Schienen allerdings angekommen und es ist an der Zeit den Gepäckraum zu erweitern. Ich bin gespannt, wie der Defender mit den Schienen aussehen wird.

Vorbereitung für den Einbau

Die Schienen können auf drei Varianten am Defender befestigt werden: Kleben, Schrauben, Nieten. Da ich später Wasser bzw. Dieselkanister an diesen Schienen befestigen möchte, habe ich mich für die Kombi-Variante „Kleben und Nieten“ entschieden. Bevor ich mit dem Umbau am Defender angefangen habe, hatte ich mit Nieten nichts am Hut. Mittlerweile gefällt mir die Art der Befestigung immer besser. 

Als Kleber werde ich Sika 252* verwenden. Der Vorteil der „Doppelmoppel“ – Variante ist, dass der Kleber zugleich die Abdichtung der Bohrlöcher für die Nieten übernimmt. Bei einer Länge von 200 cm könnte sich der ein oder andere Tropfen Wasser stauen. Dafür nehme ich den zusätzlichen Arbeitsaufwand gerne in Kauf.

Der richtige Abstand der Schienen

Dieses Wochenende ist Schnee und Regen gemeldet und deshalb bin ich extrem froh, dass wir bei Hermann (Philipps Vater) in die KFZ-Werkstatt können.

Bevor wir mit der eigentlichen Arbeit beginnen, müssen wir die Flanken des Defender säubern. 

Anschließend folgt der schwierigste Part. Wir müssen die genaue Position der Schienen bestimmen. Die Hersteller der Anbauteile (z.B. Kanister- Halter) empfehlen ungefähr 49 cm Abstand zwischen den Schienen (Achsmaß). Das ist das absolute Maximum beim Defender. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Schienen aufgeklebt werden.

Beim Schrauben oder Nieten lohnt sich definitiv der Blick ins Fahrzeug- innere. Denn bei den XS-Schienen würde die untere Bohrung direkt in den horizontalen Falz des Seitenteils über den Cappings gehen.

Das Bild zeigt die Problematik von Innen

Jetzt gilt es, das Maximum für den Abstand herauszuholen und möglichst wenig in andere Bauteile als das Seitenblech zu bohren. Das ist wieder einer dieser „Augen zu und durch“ Momente.

Markieren, Abkleben und Bohren

Im nächsten Schritt halten wir die Schienen an den Defender und richten sie anhand der Außenkanten des Seitenbleches aus. Mit einem weißen Edding-Stift setzen wir einen Punkt in die Mitte jedes Bohrlochs. Jetzt finden wir die genaue Position jederzeit wieder.

Bevor wir bohren können, müssen wir die Fensterrahmen und die Fuge zwischen dem Seitenblech und den Cappings gegen Metallspäne schützen, da zur Abdichtung eine stark klebende dauerelastische Dichtmasse verwendet wurde. Diese Dichtmasse klebt enorm und ich möchte die Aluminium-Späne nicht von der Dichtung kratzen müssen.

Anschließend setzen wir die Schiene wieder auf die vorher markierten Punkte und bohren die Löcher.

Nach dem ersten Bohrloch stecken wir eine Schraube durch die Öffnung und kontern diese im Innenraum. Dadurch kann die Schiene jetzt nicht mehr verrutschen. Damit am Ende alle Löcher passen, stecken wir durch jedes gebohrte Loch direkt eine Schraube. Wir kontern allerdings nicht alle.

Reinigen, Aktivieren, Kleben und Nieten

Nachdem alle Löcher gebohrt sind, müssen wir die Klebefläche von Spänen und Fett befreien. Zum Entfetten nutzen wir wie immer Waschbenzin* und die Späne pusten wir mit Druckluft weg.

Damit der Kleber auf der glatten Fläche besser haftet, pinseln wir diese noch mit Primer* ein. Der kleine Helfer macht die Klebefläche rauer und die Verbindung stabiler. Das hatte sich bereits beim Fenstereinbau bewährt. Die Zurrschiene entfetten wir ebenfalls und bringen mit einer Kartuschenpresse* den Klebstoff auf.

Anschließend setzen wir die Schiene passgenau auf die Öffnungen und drücken sie etwas an.

Jetzt endlich können wir alle Nieten in die Öffnungen stecken und annieten. Wichtig ist, dass Senkkopfnieten verwendet werden. Ansonsten wird später das Einbringen der „Fittinge“ schwierig. 

Es ist empfehlenswert, alle Flächen um die spätere Klebefläche mit Malerkreppband zu versehen. Dadurch lässt sich der herausquellende Kleber später deutlich einfacher entfernen.

In den kommenden Wochen werde ich mir Kanister-Halter bestellen. Dann werde ich sehen, ob meine Konstruktion passt. Notfalls werde ich die Öffnungen der Halter etwas anpassen, denn die 49 cm haben wir nicht ganz geschafft. Am Ende sind wir bei ungefähr 48,3 – 48,5 cm gelandet. 

Optisch gefallen mir die Schienen sehr gut. Sie machen den Defender rauer und er sieht wieder ein klein bisschen mehr nach Abenteuer aus. Die Vorfreude auf die erste Reise mit Henry wird immer größer.

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