Upracks Dachträger – Defender 110 HT

Nach den ganzen anstrengenden „Erhaltungsarbeiten“ am Defender, steht diesmal etwas auf dem Programm, auf das ich mich schon sehr lange freue. „Sir Henry“ soll einen Dachgepäckträger bekommen. Ein Defender ohne Dachgepäckträger ist irgendwie nicht vollständig, da fehlt einfach etwas. Das ist wie ein Cowboy ohne Hut. Außerdem ist die zusätzliche Staufläche sehr praktisch.

Die Auswahl an Dachgepäckträgern für den Defender ist gigantisch. Da fällt die Entscheidung alles andere als leicht. Bereits auf der Messe „Abenteuer Allrad“ habe ich mir verschiedene Lösungen und Systeme erläutern lassen und war von den Möglichkeiten begeistert. Damit ich in dieser Flut von Dachgepäckträgern nicht komplett verzweifle habe ich mir einige Kriterien aufgeschrieben, welche die Auswahl vorab etwas eingrenzen.

–       leichte Konstruktion bzw. Eigengewicht

–       begehbare Plattform

–       möglichst viele verschiedene Befestigungsmöglichkeiten

–       große Auswahl an Zubehör

Bei meiner Online-Recherche wurde mir immer wieder der Slimeline 2 von Frontrunner schmackhaft gemacht. Frontrunner scheint zur Zeit sehr viel in das Marketing zu investieren und taucht deshalb immer und überall auf. Optisch gefällt mir der Träger sehr gut, er erfüllt auch alle meine Kriterien. Einzig und allein der stolze Preis hat mich zuerst davon abgehalten, den Slimeline 2 direkt zu bestellen.

Bevor ich den Träger bestelle, wollte ich mir die Verarbeitung und Funktion des Trägers in der Realität anschauen. Dazu bin ich zu Mehari-Offroad nach Griesheim gefahren. Thomas hat sich viel Zeit genommen und wir sind zusammen die verschiedenen Möglichkeiten der Dachgepäckträger durchgegangen. Thomas hat auf seinem Defender einen Upracks Träger montiert, der in Italien gefertigt wird. Design und Funktion sind dem Dachesel von Frontrunner sehr ähnlich. Auch beim Zubehör steht Upracks dem Slimeline aus Südafrika um nichts nach.

Wo genau ist denn dann der Unterschied?

Um das heraus zu finden, habe ich mir die beiden Träger etwas genauer angeschaut. Für einen Vergleich habe ich meine Eindrücke in Kategorien gegliedert. Irgendwie muss ich ja eine Entscheidung treffen. Den Upracks hatte ich vorher nicht auf dem Schirm und deshalb interessiert mich der Vergleich zum viel beworbenen Slimeline 2 von Frontrunner brennend.

Montage

Beide Träger haben ungefähr die gleichen Abmessungen. Der größte Unterschied ist der Aufbau des Trägers. Der Upracks wird als fertiger Träger vor die Tür geliefert. Aufgrund der Abmessungen ist der Versand „Sperrgut“ und das wirkt sich vermutlich in den Paketgebühren aus. Der Frontrunner ist ein Modul Bausatz und kann deshalb wesentlich leichter versendet werden. Die Montage beim Slimline dauert deshalb etwas länger. Da ich generell ein Fan von Modulbauweisen bin, geht der Punkt in dieser Kategorie an Frontrunner.

Stabilität

Auch in dieser Kategorie sind sich beide Träger sehr ähnlich. Es gibt allerdings im Aufbau einen kleinen Unterschied. Die Planken zur Befestigung des Dachgepäcks laufen in verschiedenen Richtungen:Beim Frontrunner laufen die Leisten quer, sie überbrücken also die kurze Strecke. Das hängt natürlich mit der Modulbauweise des Frontrunners zusammen. Das ist beim Upracks genau andersrum, da ist der Verlauf in Längsrichtung. Dafür hat der Upracks zusätzlich eine Querverstrebung unter den Planken in Querrichtung. Der Punkt geht meiner Meinung nach hier an den Upracks.

Verarbeitung und Gewicht

Beide Träger sind sauber und gut gearbeitet. Große Unterschiede kann ich nicht feststellen. Beim Gewicht bringt die Plattform des Upracks mit 8 Füßen ca. 47 kg auf die Waage. Das Gewicht der Füße ist nur als „Versandgewicht“ angegeben, es könnte also leicht abweichen. Der Slimline 2 wiegt in montiertem Zustand nach Herstellerangabe 42 kg. Vorausgesetzt die Angaben sind alle richtig, geht diese Kategorie wieder an Frontrunner.

Haltesystem 

Beide Träger krallen sich mit ihren Füßen in die Dachrinne. Die Konstruktion und das System ist sehr ähnlich. Der Upracks hat höhenverstellbare Füße, welche einen Spielraum von 4 cm zulassen. Der Frontrunner bietet das nicht. Wer beim Slimeline 2 mehr „Luft“ zwischen Dach und Träger haben möchte, der muss einen zweiten bzw. von Anfang an einen Satz der höheren Füße bestellen. Diese Kategorie geht deshalb für mich an den Upracks, der hier mehr Flexibilität bietet.

Kosten

Nach vier Kategorien steht auf meinem Punktezettel ein Unentschieden (2:2). Beim Preis ist der Upracks ca. 200 Euro günstiger als der Frontrunner. Allerdings kann der Versand diesen Preisvorteil teilweise zunichte machen. Thomas bietet mir an, dass ich den Träger bei ihm auf der Auffahrt direkt auf den Defender montieren kann. Das spart mir den Transport und die Versandkosten. Das klingt nach einem Super- Angebot und bringt den Upracks in die Pol-Position.

Ich nehme mir ein Wochenende Zeit, um die Kriterien und Eindrücke einzuordnen und am Montagmorgen steht der Entschluss fest. Der Upracks wird mich die nächsten Jahre auf meinen Reisen begleiten und hoffentlich meine Erwartungen erfüllen.

Tag der Montage

Heute ist es soweit, Philipp hat sich Zeit genommen und zusammen fahren wir nach Griesheim zu Mehari-Offroad. Das Werkzeug und eine kurze Erläuterung, wie wir den Träger zügig zusammenbauen, ist bei Thomas inklusive. Wir legen die Plattform verkehrt herum auf zwei Böcke und beginnen damit, die drei Gummi-Lippen in die Vorderseite des Trägers zu drücken.

Diese sollen die Windgeräusche reduzieren. Im zweiten Schritt werden die Füße zusammengebaut. Zuerst muss die Gummidichtung, welche die Dachrinne schützt, aufgesteckt bzw. aufgeklebt werden. Die Füße sind schnell zusammengeschraubt und werden auf den unteren Querträgern mit drei Schrauben montiert.

Die Schrauben werden nur handfest angezogen, damit eine Anpassung an die Dachrinne später möglich ist. Nachdem alle acht Füße am Träger befestigt sind, hilft uns Thomas und sein Team den Träger auf den Defender zu heben.

Zuerst richten wir die Füße an der Dachrinne aus. Dann werden die Gegenstücke der Füße, die wie eine Zange funktionieren, festgeschraubt. Vereinzelt hilft ein gezielter Schlag mit dem Gummihammer um die Zangen in die richtige Position zu bringen. Somit ist der Träger schon montiert, insgesamt hat das ca. eine knappe Stunde gedauert.

Ich reflektiere, dass an meinem Defender bisher selten etwas auf Anhieb gepasst hat und bin begeistert. Auf der Rückfahrt vernehmen wir leichte Windgeräusche, aber es ist absolut erträglich. Ich finde der Dachgepäckträger steht „Sir Henry“ super und der ehemalige Hausmeister-Defender ist wieder ein Stück näher am Expeditions- bzw. Reisemobil.

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, gibt es eine Vielzahl an Dachträgern und die beiden, welche ich verglichen habe, stellen nur zwei Möglichkeiten für Plattformträger dar. Die Kriterien beruhen auf meinen persönlichen Eindrücken und sollen keine Wertung darstellen. Eventuell hilft es dem ein oder anderen von euch, bei der Entscheidung für einen eigenen Dachesel. Wenn ihr andere Dachträger verwendet, würde ich mich freuen, wenn ihr die Kommentarfunktion nutzt, um eure Erfahrungen zu teilen.

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