Camping Küche – Oberschrank

Das letzte größere Möbelstück des Innenausbaus ist endlich fertig. Es handelt sich dabei um den Oberschrank der Küchenzeile.
Diese Fläche bietet wieder einiges an Stauraum, insbesondere für kleine und leichte Gegenstände. Zusätzlich werden hier mehrere Steckdosen und eine Lichtquelle integriert. Die größte Herausforderung, neben den anspruchsvollen Gegebenheiten der Karosserie, ist dabei die Befestigung des Schrankes am Fahrzeug. Los geht’s!

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Die Grundplatte

Der erste Schritt besteht im Anfertigen der Grundplatte, welche später die sichtbare Unterseite des Schrankes bilden wird. Im zweiten Schritt werden mit der Oberfräse zwei große Vertiefungen in die Oberseite der Platte gefräst. Diese Maßnahme hat 3 Gründe:

1. Der Schrank gewinnt etwas mehr Höhe im Innenraum
2. Das Gewicht der Grundplatte reduziert sich deutlich
3. Durch die Vertiefung verrutschen die Gegenstände während der Fahrt nicht so leicht im Schrank

Das Herausarbeiten dieser Vorteile dauert zwar einen kompletten Vormittag, aber es wird sich lohnen. Nachdem die Oberfräse ihren Dienst getan hat, kommt die Stichsäge zum Einsatz. Die Trennwände des Oberschranks müssen an die Rundung im Dach der Karosserie angepasst werden. Die dafür benötigte Schablone generiert mir das 3D-Modell, welches ich bereits zum Anfang des Umbaus entwickelt habe und das es in Kürze hier auf dem Blog zum Download geben wird.

Trennwände für den Stauraum

Die drei Trennwände sind durch die gute Grundlage schnell hergestellt und nachdem ich alle Bauteile 2x geschliffen und mit Treppen- und Parkettlack* lackiert habe, können die einzelnen Elemente zusammengesetzt werden.

Neben Schrauben verwende ich beim Pappelsperrholz zusätzlich Ponal-Holzleim*, denn doppelt hält bekanntlich ja besser.

Jetzt ist es Zeit für die erste Anprobe im Defender und ich finde das kann sich durchaus sehen lassen. Durch den Schrank über der Küche verändert sich das Raumgefühl im Camper sofort.

Klappen als Schrankverschluss

Damit der Inhalt später nicht in der Kurve herausfällt, benötigt die Schrankfront einen Verschluss. Den geschlossenen Charakter meines Ausbaus möchte ich dabei treu bleiben und deshalb baue ich die Öffnungsklappen aus Pappelsperrholz. Bedingt durch die stabile und hochwertige Konstruktion der GedoTec-Scharniere* kann bei leichten Schrankfronten auf eine zusätzliche Offenhaltung verzichtet werden.

Auch nach etwa 20 eingebauten Scharnieren, werde ich noch immer etwas nervös bei dieser Arbeit. Durch die flächenbündige Ausführung muss sehr genau gearbeitet werden und das Verrutschen um wenige Millimeter würde ausreichen, um aus der nahezu fertigen Schrankfront Brennholz für den Kamin zu machen. Bisher ist mir das allerdings nur einmal passiert und das Ergebnis ist die Mühe in jedem Fall wert.

Damit die Verschlussklappen später nicht von alleine aufgehen oder bei der Fahrt vibrieren, sichere ich diese mit verstellbaren Magnetschnappern*, welche mittlerweile fester Bestandteil jedes Möbelstücks im Defender sind. Der Vorteil ist die Flexibilität des Magnets, der sich bis zu 10 mm rein und raus drehen lässt.

Der größte Teil des Schrankes ist nun zwar fertig, aber die folgenden Arbeiten werden nochmal mindestens genauso viel Zeit benötigen.

Befestigung des Möbels im Fahrzeug

Der nächste Schritt ist die Befestigung des Schranks im Fahrzeug. Vor Monaten habe ich bereits M5 Blindnietmuttern aus Aluminium* in die Innenseite der Dachrinne gesetzt, welche jetzt zum Anschrauben der Aluminium L-Profile dienen.

Zweiseitig werden die Aluprofile* den Schrank an Ort und Stelle halten. An der dritten Seite wird das Möbelstück mit dem angrenzenden „Hochschrank der Küche“ verschraubt.

Da die Aluwinkel die Platte von unten halten, sind diese sichtbar. Optisch finde ich das nicht sehr ansprechend und deshalb wird an die Unterseite des Schranks noch eine Blende aus Pappelsperrholz montiert.

Das dient nicht nur dem Design, sondern hat auch eine Funktion, denn dahinter verbirgt sich ein 100 cm langer LED Streifen, der die Küchenzeile in Warm-Weißes Licht tauchen wird. Durch diese indirekte Beleuchtung wird man auf dem engen Raum nicht geblendet und das Licht wird gedämpft.

LED Beleuchtung für die Küchenzeile

Die LED Streifen sind selbstklebend** und speziell für den Einsatz in einem 12V-System entwickelt. Vereinzelt habe ich in Foren von Problemen mit Spannungsschwankungen der Batterie bei herkömmlichen LED-Streifen gelesen. Ob da etwas dran ist, werde ich zumindest bei diesem Ausbau somit nicht herausfinden.

Nachdem der Oberschrank im Fahrzeug montiert und die LED Beleuchtung festgeklebt ist, gibt es nur noch eine kleine Lücke im Gesamt-Ensemble der Küchenzeile. Diese befindet sich ganz oben links, wie auf dem folgenden Bild zu erkennen ist.

Hier werden wir zwei weitere 12V USB Dosen mit separater Schaltung verbauen und was noch wichtiger ist: den Schalter für die Beleuchtung. Diese Position ist sowohl im Fahrzeug sitzend, als auch beim Ein- und Aussteigen gut erreichbar.

Der Schalter und auch die USB-Dosen* werden normalerweise mit einer mitgelieferten Plastikabdeckung montiert. Wem diese aber nicht gefällt, kann sie auch weglassen. Die Einbauteile halten aufgrund des Gewinderings auf der Rückseite problemlos.

Während Philipp bereits fleißig die verschiedenen Komponenten mit der Crimpzange* und den 12V Kabeln* verbindet, erstelle ich mit dem Forstner-Bohrer* die Öffnungen für die Dosen in der kleinen Holzplatte.

Bevor wir die Blende fest mit dem Oberschrank verschrauben, testen wir die Funktion des Lichts und der Ladedosen. Ich bin bereits sehr gespannt auf die Helligkeit und die Atmosphäre der Beleuchtung. Licht ist schließlich nicht gleich Licht und hat großen Einfluss auf unsere Wahrnehmung. Das Warm-Weiß wird seinem Namen allerdings mehr als gerecht und ich bin absolut zufrieden. Die Helligkeit ist aufgrund des kurzen Abstands der LEDs im Streifen beeindruckend. Ob überhaupt eine weitere Beleuchtung im Defender nötig ist, wird die erste größere Reise zeigen.

Mit dem Abschluss des Projekts „Oberschrank“ sind die großen Möbel des Ausbaus vorerst fertig, aber wer denkt, dass er in Zukunft keine Aus- oder Umbauberichte mehr lesen kann, den kann ich beruhigen. Ich habe noch einige Möbel und Ergänzungen in und vor allem um den Defender in Planung. Außerdem ist der Defender mit der fertigen Küchenzeile jetzt endlich reisebereit.

Der erste Road Trip steht an, um den Ausbau ausgiebig zu testen und dabei wird definitiv auch der ein oder andere spannenden Reisebericht entstehen.

Alle Produkte und Werkzeuge, die beim Defender Ausbau verwendet wurden, findest du im Umbaukatalog.

Viel Spaß beim Stöbern.

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